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Donnerstag, 06 Januar 2022 07:45 geschrieben von
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Trailwochenende vom 07.11. – 09.11.2021

Vorbereitung:

Einfach mal aus dem zweiwöchentlichen Trail-Samstag ein ganzes Wochenende machen! Dieser Gedanke ging mir nicht aus dem Kopf - wahrscheinlich auch deshalb, weil ich immer wieder von einer einzelnen Person freundlich daran erinnert wurde.

Also schrieb ich etwas kurzfristig einen Vorschlag in die WhatsApp-Gruppe und war gespannt, ob sich überhaupt genügend Trailbegeisterte melden würden. Wie konnte ich angesichts der Energie in dieser großartigen Gruppe auch nur einen Moment zweifeln, dass sich genügend (geimpfte) Kurzentschlossene für ein Abenteuer im Südschwarzwald melden würden. Anette, Tanja, Regina, Dieter, Jerome, Markus, Wolfgang und die Familie Güttler (Tina und Torben mit ihren Kindern Helene, Julius und dem Hund Kira) stellten sich der Herausforderung. Die Organisation des Wochenendes war kein Ding; eine Zoom-Konferenz - und alle waren an Bord.

Freitag:

Trotz des Freitagnachmittagsverkehrs kamen wir relativ entspannt an. Um unseren beiden tiefgefrorenen Hütten bis zur Entfrostung zu entfliehen, drehten wir eine Runde um den Hausberg. Wenn der Hausberg Seebuck heißt und der Zwillingsbruder des Feldbergs ist, kommt das Blut natürlich schon am ersten Abend in Wallung. Kaum zurück, zauberte das Team „Salat“ um Dieter die Vorspeise, bei der einfache Pilze auf geheimnisvolle Art veredelt wurden und allgemeines Entzücken hervorriefen. Team „Hauptgang“ - unter fachkundiger Leitung von Anette - bekam für eine Ratatouille-Variation Bestnoten und die vegane „Donauwelle“ als Nachtisch lieferte eine gute Basis für das Vernichten des kompletten Alkoholvorrats am ersten Abend im Raimartihisli.

Trail 01

Da es sich um eine allergikergeeignete Hütte handelt, musste Familie Güttler leider aufgrund ihres Hundes zum Schlafen in die weit weniger attraktive „Mühle“ ausweichen.
Die beiden Hütten gehören zum Raimartihof, der fast direkt am Feldsee liegt und seit 1892 müde Wandersleute aufpäppelt.

Samstag:

Eine beeindruckende blaue Stunde vor dem Sonnenaufgang begrüßte uns zur Königsetappe mit 27 km und über 1000 Höhenmetern, die nach Jeromes reichhaltigem Frühstück in klirrender Kälte angegangen wurde. Wir stiegen über Alpersbach steil in das Höllental zum Hofgut Sternen ab, um gleich danach wieder die sehr viel Wasser führende Ravennaschlucht hinaufzulaufen.

Trail 02

An der Ravennasäge, am Ausgang der unteren Schlucht, bogen wir in Richtung Pikettfelsen ab. Es könnte eventuell sein, dass wir ein Verbotsschild übersahen. Wir liefen fleißigen Holzfällern direkt in die Arme bzw. in deren frischaufgeschichteten Reisighaufen. Schuldbewusst wollte ich die Gruppe zur Umkehr bewegen.

Umkehren? Nicht mit Anette. Sie nahm sich das Verhandlungsmandat und nach einem kurzen Wortwechsel schnitten uns die Arbeiter sogar den Weg frei. Keine Ahnung, was da passiert ist. „Wo geht es hin?“, fragten die Holzfäller. „Piquetfelsen“, antwortete ich. Fragende Blicke. Ich hatte den Pikettfelsen versehentlich französisiert! Großzügig ignorierten wir die letzte Möglichkeit zur Abkürzung, was sich im Nachhinein als unklug herausstellte.

Trail 03

Über Posthaldefelsen und Höllental kämpften wir uns in mehreren Gruppen zur Unterkunft zurück. Die Aussicht auf die vorbestellte Schwarzwälder Kirschtorte half uns über die Erschöpfung hinweg. Puh, geschafft! Kuchen und Abendessen gingen direkt ineinander über und der gut sortierte Selbstbedienungskiosk versorgte uns mit den notwendigen Kaltgetränken für einen vergnüglichen Abend.

Sonntag:

Es bleibt Jeromes Geheimnis, für wie viele Wochen er das Frühstück geplant hatte. Pappsatt gingen einige von uns die Besteigung des Feldbergs über die wenig begangene Nordwand an (heißt wirklich so).

Trail 04

Schnee und Eis, verbunden mit Sonnenschein über tiefliegenden Wolken, machten aus dem Auslaufen einen grandiosen Höhepunkt unseres Wochenendes. Wir konnten im Süden sogar das Dreigestirn Mönch, Eiger und Jungfrau erkennen. Der Teil der Gruppe, der nicht dabei war, kümmerte sich dankenswerterweise um das Ausräumen der Hütten.

Die übriggebliebenen 50 Euro aus der Essenskasse spendeten wir für Siegfrieds Tansaniaprojekt Melania aus Tansania braucht unsere Hilfe!Vision Tansania e.V.
Rechtzeitig vor der täglichen 12:00 Uhr-Sperrung der Zufahrtsstraße zum Raimartihof (aus Naturschutzgründen) waren wir auf dem Heimweg.

Fazit:

Das Wochenende war ein unvergessliches Erlebnis. Mit dieser unkomplizierten Gruppe würde ich jederzeit wieder auf eine Mehrtagestour gehen. Mir hat vor allem der unbedingte Wunsch der Teilnehmer:innen imponiert, sich zum Wohle der Gruppe einzubringen. Die nächsten Ideen sind schon geboren. Vielleicht werde ich ja wieder regelmäßig daran erinnert...

Bericht: Thomas Hebich

Gelesen 70 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Januar 2022 07:59