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Donnerstag, 20 September 2018 22:54 geschrieben von
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Ein Triathlon wie aus dem Bilderbuch

Sonntagmorgen 07:30 Uhr am Alpsee in Bühl bei Immenstadt im Allgäu. Die letzten Nebelschwaden über dem 23 Grad warmen Wasser verziehen sich, im Osten geht blutrot die Sonne auf und spiegelt sich auf der glatten Wasseroberfläche. Von der Seebühne erklingen Alphornbläser. Was wie nach einer Szene aus einem Heimatfilm klingt, ist der Auftakt zur 36. Auflage des Allgäu Triathlons. Die Idylle ändert sich schlagartig, als kurze Zeit später die Triathleten, begleitet mit Böllerschüssen und gelben Rauchfahnen, den beschaulichen See zum Kochen bringen. Er ist schon was Besonderes der Allgäu Triathlon, und es gab mehrere Gründe nach meinem verletzungsbedingten DNF im letzten Jahr hier erneut zu starten.

ThomasGoetz

Es ist die einzigartige Atmosphäre, die Herzlichkeit der Helferinnen und Helfer und das Herzblut der Organisatoren mit einer immensen Liebe zum Detail, die diese Veranstaltung von anderen abhebt. Auch ohne Deutsche Meisterschaft und den großen Stars der Szene waren die 2000 Startplätze über die Mittel-, Olympische und Sprintdistanz schnell ausgebucht. Zu den Highlights gehört ganz sicher die Radstrecke. Die 85 Kilometer mit knapp 1.500 Höhenmeter sind hart aber ehrlich. Der Anstieg am Kalvarienberg ist sehr steil und ein Zuschauermagnet. Überall auf der Strecke nimmermüde Zuschauer, viele Einheimische und Urlauber, die auch den letzten Athleten mit Kuhschellen nach oben treiben. Highway to Hell in der Dauerrotation und das schönste für die Classic-Distanz Starter: Sie dürfen das Ganze zweimal genießen!

Nächstes Highlight: Der Kuhsteig auf der Laufstrecke. Bayrische Volksmusik trifft Red-Bull Techno. Enthusiastische Zuschauer links und rechts des extrem steilen Anstiegs. Sebastian Kienle ist hier vor zwei Jahren gegangen, ich tue es ihm gleich. Die Finishline moderierte kein geringerer als der ITU Weltmeister 2007, Daniel Unger. Wir kennen uns, dementsprechend die Begrüßung. Noch ein Highlight gefällig? Die legendäre Zielverpflegung! Zur Auswahl standen Krautschupfnudeln, Kaiserschmarrn, ein Obstbuffet wie aus einem 4-Sterne-Hotel, Allgäuer Käse, Joghurt, Kuchen und alle Biersorten, die die örtliche Sponsorenbrauerei im Angebot hat. Die Ergebnisse geraten dabei fast zur Nebensache.

Mein Vereinsfreund Frank Weinand, nach einem Ermüdungsbruch im Fuß sehr spät in die Saison gestartet, finishte in bärenstarken 05:03:50 Stunden die Altersklasse Senioren 3 auf Platz 4! An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch Frank, sensationell! Ich hatte das Vergnügen nach 05:49:51 Stunden auf Rang 39 der gleichen Altersklasse einzulaufen. Der Allgäu Triathlon, gab sich völlig zu Recht das Siegel „Kult“. Der älteste Triathlon Deutschlands ist für mich auch einer der Schönsten, vielleicht sogar der Schönste? Auf jeden Fall sollte er bei jedem Athleten auf der Liste „muss ich mal gemacht haben“ stehen. Hang Loose!

Thomas Götz
Foto: Ingo Kutsche

Gelesen 73 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 September 2018 09:17